Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien – Deutscher Kulturrat legt Forderungskatalog vor

Berlin, den 10.08.2020. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, legt einen Forderungskatalog zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien vor.

Es geht darum, in den Kulturbereichen, in denen bislang für einzelne Geschlechter Nachteile bestehen, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen. Die Chance, Kunst hauptberuflich ausüben und sich künstlerisch entfalten zu können, muss für alle Geschlechter gleich groß sein. Der Gender-Pay-Gap ist hier einer der zentralen Indikatoren für das Erreichen oder Nicht-Erreichen der angestrebten Geschlechtergerechtigkeit sowie für die Existenz struktureller Benachteiligung.

Die Forderungen des Deutschen Kulturrats gruppieren sich in folgende Kategorien:

  1. Gendergerechter Zugang zu individueller sowie projektbezogener Förderung
  2. Gleiche Einkommenschancen durch Überwindung des Gender-Pay-Gap
  3. Kein Raum für Vorurteile und Rollenklischees in frühkindlicher Bildung, an allgemeinbildenden Schulen, in der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung sowie in der Studien- und Berufsberatung
  4. Etablierung von Parität an Hochschulen
  5. Öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen und öffentlich-rechtlicher Rundfunk müssen der Geschlechtergerechtigkeit in besonderer Weise verpflichtet sein
  6. Kultur- und Medienverbände setzen sich Geschlechtergerechtigkeit zum Ziel
  7. Verpflichtendes Monitoring und entsprechende Evaluationen sind notwendig
  8. Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft in die Verantwortung einbinden


Die Stellungnahme des Deutschen Kulturrats zeigt allen einen umfassenden Angang an das Thema Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbetrieb auf, welchen unklar sein mag, was zu tun ist.